Heil Dir im Myrthenkranz,
Du aller Frauen Glanz,
Heil! Bräutchen Dir!
Fühl‘ nach dem Hochzeitstanz
Die hohe Wonne ganz:
Schaffende Hausfrau sein. –
Heil Anna Dir!
Nicht Gold und Goldeswerth
Machen den eignen Heerd
Zurm Paradies:
Liebe und Einigkeit,
Ruh‘ und Zufriedenheit,
Halten dir jederzeit,
Dann lebt sich‚s süß!
Heilige Flamme glüh‘,
Glüh‘ und verlösche nie
In Beider Herz:
Rückt auch ein Unglück an
0, muthig traget’s dann,
So viel ein Jeder kann –
Theilt Lust und Schmerz!
Sei liebe Anna hier
Lang deines Julius Zier,
Des Hauses Glanz!
Nach fünfundzwanzig Jahr
Bringen wir holdes Paar,
Dir dann mit Freuden dar
Den Silberkranz!
Ihre Silberhochzeit feierten Julius und Anna Heuser nicht mehr. Am 1. März 1917 erlag Anna Heuser -45 Jahre alt- ihrem Krebsleiden. Zu genannt, deswegen Ärzte zu konsultieren, ertrug sie eher lange ihre Schmerzen. Die Ärzte hätten ihre Schmerzen lindern, den Tod hinauszögern, aber nicht verhindern können.
1936 ließ Ilse Heuser ihre Schwiegermutter, Anna Heuser nach einer Fotografie aus ihrer Brautzeit von Bernhard Dörries malen (drei Ölgemälde von Dörries hängen im Kunstmuseum Hannover). Sie schenkte dieses Bild Gustav Heuser zu seinem 40. Geburtstag. Das Porträt in den Maßen von etwa 130 x 70 cm, das Anna Heuser in einem zartblauen, hochgeschlossenen Kleid mit einer rosafarbenen Blume in den übereinandergelegten Händen zeigt, befindet sich im Besitz der Witwe von Gustav Heuser in Hannover.
Nach den Erzählungen seines Sohnes Gustav wurde Julius Heuser nach dem Tode seiner Frau mit dem Leben nicht mehr fertig. Obwohl die Heuser’sche Verwandtschaft zu damaliger Zeit in Kassel noch sehr zahlreich und der Kontakt recht rege war, konnte er allein nicht leben (seine Söhne Friedrich und Gustav standen als Offiziere im Felde) – eine Eigenschaft, die sich später auch bei seinem Sohne Gustav stark