Die Rodenberger Linie

zu 5.2.3 Aus der Ehe Carl und Felicitas Heuser sind eine Tochter und drei Söhne hervorgegangen

  1. Felicitas, genannt Feechen, Heuser, geb. 23. Dezember 1906 in Kiel. Sie erlernte den Beruf der medizinisch-technisehen Assistentin und war bis 1949 Röntgenassistentin bei Geheimrat Prof. v. Bergmann an der Charite in Berlin. Bis 1962 lebte sie als Krankenschwester und Röntgen-Laborassistentin (MTA) in Rio de Janeiro und Sao Paulo/Brasilien. Nach einem halbjährigen Aufenthalt in den Vereinigten Staaten von Amerika kehrte sie nach Deutschland zurück, um ihre kranke Mutter zu pflegen und zu betreuen. Mit ihr zusammen siedelte sie in das evangelische Kloster Wülfinghausen am Deister über, in das sie als Konventualin eintrat. Seit Oktober 1957 stand sie diesem Kloster als Abtissin vor. In den 15 evangelischen Klöstern und Stiften Niedersachsens finden vorwiegend unverheiratete Töchter hochverdienter Offiziere und Staatsbeamten Aufnahme.

    Die „Neue Deister-Zeitung“ berichtete in ihrer Ausgabe vom 23. 10.1967 über die feierliche Zeremonie in der Klosterkirche, in der Felicitas Heuser von dem Präsidenten der Klosterkammer, Dr. zur Nedden, als neue Äbtissin verpflichtet wurde:
    „Der Präsident der Klosterkammer, der daran erinnerte, daß es gelte, an eine 300-jährige kulturelle Tradition anzuknüpfen und sie  im caritativen Sinne und im christlichen Geiste weiterzuführen, überreichte der neuen Äbtissin als Zeichen ihrer Würde das Klostersiegel und die Klosterschlüssel. Das Siegel, erklärte er, sei das äußere Zeichen des Regiments, welches sie künftig über das Kloster führe. Die Schlüssel seien das Zeichen der Ordnung, über die die neue Äbtissin fortan im Kloster zu wachen habe. Weiter legte der Präsident der Abtissin den Klosterorden an. – Nach alter Tradition gelobte die neue Abtissin durch Handschlag, daß sie als ordentliche Haushälterin für die Erhaltung und Sicherung des Klosters und der dazugehörigen Anlagen und Einrichtungen sorgen, die Lebensgemeinschaft der Konventualinnen pflegen, für die Durchführung der Vorschriften der Klosterordnung, der Hausordnung und der Anordnungen des Präsidenten der Klosterkammer sorgen und die gemeinnützigen kirchlichen und mildtätigen Aufgaben des Klosters nach Kräften fördern werde.“

    Felicitas Heuser’s Initiative ist es zu verdanken, dass während ihrer Amtszeit verschüttet gewesene Teile des Klosters- und des Kirchengebäudes wie der Klostergang und die Kellergewölbe der Kirche freigelegt und wieder nutzbar gemacht wurden.
    Für ihre Amtszeit hatte sie sich das Wort der Heiligen Schrift „Glaube, Hoffnung und Liebe“ als Leitwort gewählt.
    Felicitas Heuser kannte das Kloster Wülfinghausen schon aus ihrer Jungmädchenzeit. Ihre Mutter besuchte von dem nahen Hameln .her mit ihr gelegentlich eine Verwandte aus der Familie Cleve, die seinerzeit Äbtissin des Klosters Wülfinghausen war. Felicitas Heuser sen. pflegte dann ihrer Tochter den Eintritt in dieses Kloster für den Fall, dass sie unverheiratet bliebe, schmackhaft zu ma­chen. Ihr jedoch schauderte jedes Mal nur bei dem Gedanken. Am Ende war Felicitas Heuser glücklich darüber, dass  sie  dort  leben  und wirken konnte. Sie verstarb am ……