5. Carl Heuser, geb, 13. März 1867 in Rodenberg, gest. 6. Juli 1942 in Hameln, verheiratete sich am 2. März 1905 in Straßburg mit Felicitas Cleve (geb. 21. Januar 1879 in Essen, gest. am 5. März 1964 im Kloster Wülfinghausen a.D.), Tochter des Königl. Preußischen Oberstleutnant Anton Cleve und dessen Ehefrau Meta von Michalkowski.
Carl Heuser trat nach dem Abitur im April 1886 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein – der erste Heuser, der den seemännischen Beruf ergriff. Er durchlief die verschiedenen Stationen eines See-Offiziers; es gab wohl kaum ein Land der Erde, das Zugang zu einem der sieben Weltmeere hatte, das er nicht gesehen hat. Dreimal gehörte er dem Ostasiatischen Kreuzergeschwader an (1891/93, 1897/99 und 1908/10), zuletzt als Kommandant des Kreuzers „Leipzig“, mit dem er 1909 an der Niederschlagung eines Aufstandes auf den damals zum Deutschen Kolonialreich gehörenden SamoaInseln teilnahm. Auf seinen Reisen nahm er an Empfängen und Banketten beim Sultan von Sansibar (1893), beim Zaren von Russland und beim Sultan des Osmanischen Reiches (1901) teil; den Mitgliedern der europäischen Königsfamilien begegnete er 1913 auf der Hochzeitsfeier der Tochter Kaiser Wilhelm II., Prinzessin Victoria Luise von Preußen mit dem Herzog von Braunschweig-Lüneburg. 1911 vertrat Carl Heuser das Reichsmarineamt auf der Internationalen Konferenz für seemännisch-nautische Fragen in Petersburg; im selben Jahr wurde er mit dem Roten-Adler-Orden 3. Klasse, 2 Jahre später mit dem der 2. Klasse ausgezeichnet. 1913 -inzwischen Kapitän zur See wurde er zum Kommandanten des neuesten Großkampfschiffes, der S.M.S. „Prinzregent Luitpold“, dem Flaggschiff des 3. Geschwaders der Hochseeflotte ernannt, Damit ging ihm der Traum eines jeden See-Offiziers in Erfüllung – ohne Protektion, durch eiserne Selbstdisziplin und hervorragendes seemännisches Können erreicht. Mit diesem Schiff nahm er teil an der berühmten Skagerrak-Schlacht am 30./31.5.1916 zwischen der englischen Grand Fleet und der deutschen Hochseeflotte. 1917 wurde er unter Ablösung von seinem Flottenkommando als Abteilungsschef, bald darauf unter Ernennung zum Konteradmiral als Departmentsdirektor ins Reichsmarineamt berufen. Nach Ende des 1. Weltkrieges „Zur Disposition“ gestellt, siedelte Carl Heuser mit seiner Familie im Herbst 1919 von Berlin nach Hameln/Weser über. Gartenbau und Kleintierhaltung auf dem großen Grundstück seines Hauses in der Klütstraße 45a retteten ihn und seiner Familie über die schlimmen Jahre der Inflation. Einen anderen Beruf zu ergreifen verbot ihm sein Lebensalter und seine sehr schwankende Gesundheit infolge der seinerzeit in Ostasien entstandenen Ruhrerkrankung.
In seinen letzten Lebensjahren zeichnete er seine Erinnerungen aus, in denen er n och einmal die Vielfältigkeit seines interessanten Lebens, seine Erfahrungen und Erkenntnisse über die Länder, die er gesehen hatte, und seine Begegnungen mit den Menschen, die seinen Lebensweg kreuzten, Revue passieren lässt. Wenn darin auch nicht vermerkt: Er hat es nie so recht verwunden, dass auf „seinem“ Schlachtschiff, das er 1913 in Dienst gestellt und dessen Kommando er 1917 abgeben musste, im November 1918 mit der Meuterei der Matrosen die Revolution ausgebrochen war.
Als Carl Heuser am 06. Juli 1942 verstarb, wurde er nicht nur der „heroischen“ Zeit des 3. Reiches wegen mit großen militärischen Ehren auf dem Militäsfriedhof in Hameln beigesetzt: Acht Offiziere trugen den Sarg, der mit der Flagge der kaiserlichen Marine bedeckt war; voran trugen Offiziere den Dreispitz, die Kopfbedeckung kaiserlicher Admirale, das Samtkissen mit den Orden und den Degen, Salutschüsse am Grabe und das Lied vom „Guten Kameraden“.